Kondensatableiter - vom Aufbau bis zur Verwendung
Bei einem Kondensatableiter (Kondensomat) handelt es sich um eine Vorrichtung zur Ableitung von Kondensatablagerungen. Da Kondensat bei Dampfleitungen und Umformungsprozessen gebildet wird, muss dieses aus der Leitung selbsttätig abgeführt werden. Ein wichtiges Ziel besteht dabei darin, die Erzeugung von Wasserdampf zu verhindern. Ein Ableiter kann dies unter der Verwendung von Stellventilen geschickt meistern.
Aufbau
Gewöhnlich besteht ein Ableiter aus einer Regelmembran, die bei einem Kondensatanfall geöffnet wird. Wurde das Kondensat abgelassen, schließt die Membran automatisch. Die Membran befindet sich in einer Kapsel, die vor abrupten Druckstößen schützen soll. Hinzu kommt ein Thermoelement, welches sich bei steigenden Temperaturen ausbreiten kann. Sollten die in der Kapsel befindlichen Fluide zu kondensieren drohen, schließt das Thermoelement rechtzeitig. Je nach Anwendung kann sich die Zusammensetzung der Fluide stark unterscheiden. Generell werden Kondensatableiter in drei verschiedenen Kategorien klassifiziert:
- Schwimmerableiter
- Kapsel-Kondensatableiter
- Thermodynamische Kondensatableiter
Funktionsweise
Jede Kategorie nutzt die physikalischen Eigenschaften, die mit den verwendeten Gasen und Flüssigkeiten einhergehen. Ein Schwimmerableiter basiert auf der Tatsache, dass Wasser ein höheres Gewicht aufweist und vom Dampf trotz der Druckluft leicht getrennt werden kann. Dabei wird der Abschluss geöffnet, sobald der Flüssigkeitspegel zunimmt. Eine Schwimmerkugel aktiviert die dafür zuständige Mechanik, indem sie auftreibt. Ein wichtiger Vorteil besteht darin, dass das Kondensat kontinuierlich und ohne einer zeitlichen Verzögerung abgeführt werden kann. Auch ist die Vorrichtung unabhängig von den Druckschwankungen, die mit dem eingesetzten Kompressor einhergehen. Schließlich werden Luftverluste ausgeschlossen, da sich eine Wasservorlage vor dem Abschlussorgan befindet. Davon unterscheidet sich ein Kapselableiter dadurch, dass er mit dem Siedepunkt des Wassers arbeitet. Die Idee besteht darin, das gebildete Kondensat abzuleiten, wenn es innerhalb der Druckluft seinen Aggregatszustand gewechselt hat. Eine Membran schließt mit einer nur geringfügigen Verzögerung, nachdem ein Dampfstoß aus dem Ableiter entwichen ist. Da thermodynamische Ableiter nur in speziellen Fällen angewendet werden, soll die Funktionsweise nur kurz erläutert werden. Das Prinzip basiert auf den thermischen und strömungsbedingten Eigenschaften des Kondensats, sodass es unter einem hohen Aufwand mit geringen Verlusten abgeleitet werden kann.
Einsatzgebiete
Vorwiegend kommt ein Kondensatableiter in der chemischen, pharmazeutischen und energietechnischen Industrie zum Einsatz. Hierbei werden abhängig vom eingesetzten Kompressor und den baubedingten Anforderungen verschiedene Ableitertypen mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen eingesetzt. Zu den ausschlaggebenden Parametern gehören die Kapazität, Lebensdauer und die Effizienz. Auch ist es wichtig, inwiefern den Belastungen durch Verunreinigungen begegnet werden kann. In Leitungsentwässerungen, Dampftrocknern und Druckluftanlagen werden Schwimmerableiter eingesetzt. Kapselableiter werden aufgrund ihrer geringen Kosten dagegen in Klimaanlagen und Begleitheizungen verwendet. Steht eine hohe Effizienz im Vordergrund, ist ein thermodynamischer Ableiter eine gute Wahl. Innerhalb der Kategorien sind mehrere Ableitertypen bekannt, die sich in ihren charakteristischen Bauweisen unterscheiden. Immer beliebter werden Ableiter, die bis an die tiefsten Stellen eines Rohrleitungssystems reichen, da sich das Kondensat dort ablagern könnte. Entsprechend ist es möglich, dass verschiedene Ableitertypen gleichzeitig genutzt werden, um die Effizienz der Abführung zu maximieren.